Praxisbeispiele – Privat – Kotatsu

In anderen Kulturkreisen ist das Beheizen von Räumen nicht immer üblich. So werden beispielsweise in Japan mit Ausnahme von Hokkaido und einzelnen Gegenden im Norden Japans in den Häusern keine Zentralheizungen installiert.

Die Heizfunktion der Klimaanlage, kleine Elektroheizungen, mit Öl betriebene Miniöfen oder der beheizte Kotatsu-Tisch gehören zu den wichtigsten Wärmequellen.

Bestandteile Kotatsu-Tisch:

Ein Kotatsu besteht aus einem niedrigen Tischgestell mit einer integrierten elektrischen Heizung, einer abnehmbaren Tischplatte und einer wärmeisolierenden Decke, die auf allen Seiten bis auf den Fußboden reicht.

In der Regel wird der Kotatsu auf Tatami-Matten gestellt, deren Wärmeleitwert geringer ist als der von Parkett- oder Fliesenböden.

In einem Internetvideo werden der Aufbau und die Nutzung des Kotatsu-Tisches dargestellt.

Stromverbrauch Kotatsu-Tisch:

Stromverbrauch Kotatsu: 70 Watt x 16 h = 1.120 Wh = 1,12 kWh/ Tag

Gasheizung: 70 kWh/ Tag

Weitere Maßnahmen, um den Körper warm zu halten:

Auf der Internetseite des japanischen Umweltministeriums werden im Rahmen der Aktion „Warm BIZ“ alle Maßnahmen dargestellt und auf einem Plakat zusammengefasst.

Um den Körper warm zu halten sind warme Kleider zu tragen, ein heißes Bad zu nehmen sowie heiße Gerichte und Getränke zu konsumieren. Wurzelgemüse wie Rettich, Rüben, Kartoffeln oder Konnyaku sowie Eintopfgerichte wie Nabe gelten als wärmende und zugleich gesunde Speisen.

Die Räume sind mit möglichst viel Sonnenlicht zu fluten. Auf dem Weg zur Arbeit sollte man eine Bahnstation vorher auszusteigen und den Rest zu Fuß zurückzulegen, um den Kreislauf in Schwung zu bringen. Die Leute sollten sich an Orte begeben, an denen sich viel Menschen aufhalten und so ganz natürlich für Wärme gesorgt wird („Warm Share“).

Das Umweltministerium empfiehlt bei der Benutzung von Heizkörpern eine Zimmertemperatur unter 20 °C.

Die Temperaturen in Japan liegen im Winter etwas oberhalb der europäischen Temperaturen. Unterschiedlich sind jedoch die baurechtlichen Vorschriften: Wärmeschutzberechnungen, der Einbau von Wärmedämmung, Zentralheizungen oder Wärmeschutzverglasung sind in Japan nicht erforderlich. Ausgangspunkt ist der menschliche Körper, nicht der Raum oder das Gebäude.

Bei der durchschnittlichen Lebenserwartung aller Länder weltweit liegt Japan auf Platz 4, Deutschland auf Platz 38.

An dieser Stelle sei eine persönliche Bemerkung gestattet:

Für mich ist es sehr beruhigend, dass der Krieg um Öl- und Gas, der Krieg in der Ukraine und der Weltkrieg gegen die Natur schon morgen beendet sein könnten, wenn wir das japanische Modell kopieren würden. 😉