


Nachfolgend eine erste Übersicht. Für Details bitte oben schauen.
In anderen Kulturkreisen ist das Beheizen von Räumen nicht immer üblich. So werden beispielsweise in Japan mit Ausnahme von Hokkaido und einzelnen Gegenden im Norden Japans in den Häusern keine Zentralheizungen installiert.

Die Heizfunktion der Klimaanlage, kleine Elektroheizungen, mit Öl betriebene Miniöfen oder der beheizte Kotatsu-Tisch gehören zu den wichtigsten Wärmequellen.
Bestandteile Kotatsu-Tisch:
Ein Kotatsu besteht aus einem niedrigen Tischgestell mit einer integrierten elektrischen Heizung, einer abnehmbaren Tischplatte und einer wärmeisolierenden Decke, die auf allen Seiten bis auf den Fußboden reicht.
In der Regel wird der Kotatsu auf Tatami-Matten gestellt, deren Wärmeleitwert geringer ist als der von Parkett- oder Fliesenböden.
In einem Internetvideo werden der Aufbau und die Nutzung des Kotatsu-Tisches dargestellt.
Stromverbrauch Kotatsu-Tisch:

Stromverbrauch Kotatsu: 70 Watt x 16 h = 1.120 Wh = 1,12 kWh/ Tag
Gasheizung: 70 kWh/ Tag
Weitere Maßnahmen, um den Körper warm zu halten:
Auf der Internetseite des japanischen Umweltministeriums werden im Rahmen der Aktion „Warm BIZ“ alle Maßnahmen dargestellt und auf einem Plakat zusammengefasst.
Um den Körper warm zu halten sind warme Kleider zu tragen, ein heißes Bad zu nehmen sowie heiße Gerichte und Getränke zu konsumieren. Wurzelgemüse wir Rettich, Rüben, Kartoffeln oder Konnyaku sowie Eintopfgerichte wie Nabe gelten als wärmende und zugleich gesunde Speisen.
Die Räume sind mit möglichst viel Sonnenlicht zu fluten. Auf dem Weg zur Arbeit sollte man eine Bahnstation vorher auszusteigen und den Rest zu Fuß zurückzulegen, um den Kreislauf in Schwung zu bringen. Die Leute sollten sich an Orte begeben, an denen sich viel Menschen aufhalten und so ganz natürlich für Wärme gesorgt wird („Warm Share“).
Das Umweltministerium empfiehlt bei der Benutzung von Heizkörpern eine Zimmertemperatur unter 20 °C.

Die Temperaturen in Japan liegen im Winter etwas oberhalb der europäischen Temperaturen. Unterschiedlich sind jedoch die baurechtlichen Vorschriften: Wärmeschutzberechnungen, der Einbau von Wärmedämmung, Zentralheizungen oder Wärmeschutzverglasung sind in Japan nicht erforderlich. Ausgangspunkt ist der menschliche Körper, nicht der Raum oder das Gebäude.
Bei der durchschnittlichen Lebenserwartung aller Länder weltweit liegt Japan auf Platz 4, Deutschland auf Platz 38.
An dieser Stelle sei eine persönliche Bemerkung gestattet:
Für mich ist es sehr beruhigend, dass der Krieg um Öl- und Gas, der Krieg in der Ukraine und der Weltkrieg gegen die Natur schon morgen beendet sein könnten, wenn wir das japanische Modell kopieren würden. 😉
17.09.2026
Die nächste Heizperiode 2026/27 steht kurz bevor.
Sehr gerne möchten wir die Gelegenheit nutzen um in einem Selbsttest nachfolgende Fragen zu beantworten:
1.) Fragen an den Raum:
a) Welche Raumtemperaturen [°C] ergeben sich, wenn in der kompletten Heizperiode im Obergeschoss die Heizung ausgeschaltet ist ?
b) Wie hoch ist die Raumluftfeuchtigkeit [%] ?
c) Wie sind die Messwerte für die Mauerwerks- Wandfeuchtigkeit [%] ?
2.) Fragen an die Testperson:
a) Wie ist die Vorhersage für die Behaglichkeit nach ISO 7730 ?
b) Wie fühlt sich die Behaglichkeit für mich an ?
c) Welche Körpertemperaturen ergeben sich an allen Stellen des Körpers nach ISO 9886 ?
d) Wie ist es mit den Händen?
e) Welchen Isolationswert [clo] nach ISO 9920 muss meine Bekleidung haben, damit ich mich bei 16 °C und 12 °C behaglich fühle ?
Der Ablauf:
Ab Oktober möchten wir o.g. Fragen anhand von regelmäßigen Messungen und Befragungen beantworten.
Die Ergebnisse werden monatlich unter Nr. 8 dokumentiert. Anfang November werden die Ergebnisse für den Oktober vorgestellt.
- Ausgangssituation
- Energieverbrauch
- Bekleidung
- Hände und Kopf
- Die Strategie
- 3-fach Nachweis der Behaglichkeit
- Messgeräte
- Monatliche Auswertungen
– Oktober
Zu 1. Ausgangssituation:

Wir bewohnen zu zweit ein freistehendes Einfamilienhaus in Kassel (Baujahr 1964, 30 cm Hochlochziegel mit 10 cm Dämmung). Die Wohnfläche im EG und OG beträgt insgesamt 130 qm.
Im Obergeschoss ist die Heizung seit 15 Jahren aus. Im EG wird nur das Bad und Wohnzimmer mit einer Wärmepumpe, PV und Windenergie auf 19°C beheizt.
Im SMA-Sunny Blog oder auf den Sonnenseiten von Dr. Franz Alt ist unter dem Motto „Nie wieder Energiekosten“ unsere private Energiewende dokumentiert.

Neu ist der bidirektionale Renault R4 E-Tech, den wir 2027 ans Haus anschließen möchten (Vehicle to home).
Warum sollten wir eine Batterie in den Keller stellen, wenn doch schon eine in der Garage steht ?
Zu 2. Energieverbrauch:
Der Selbstversuch findet im Obergeschoss statt. Dort ist seit 15 Jahren die Heizung aus.

Energieverbrauch Wärmen: 0,0 kWh/ Tag
Gasheizung: 70 kWh/ Tag
Zu 3. Bekleidung:
b) Zwiebelschalenprinzip und Bekleidungsoptionen
c) Isolationswert [clo] nach ISO 9920
d) Temperatur Cointrol System von ODLO
e) Oberkörperbekleidung Eigenversuch 2026/27
f) Bekleidung für die Beine Eigenversuch 2026/27
g) Socken Eigenversuch 2026/27
Zu a) Lieblingskleidung:
An dieser Stelle sei eine Prognose für die nahe Zukunft gestattet:
Ausgangspunkt für das Konzept Wärmen sind der Lieblingspullover, die Lieblingshose und die Lieblingssocken.
Die Kleidung unterscheidet sich nur durch die Textilfaser und damit den Isolationswert [clo] nach ISO 9920.
Alle 3 Varianten führen zur gleichen Behaglichkeit nach ISO 7730.

Auch an dieser Stelle gilt das Prinzip der Vielfalt:
- 22 Grad Raumtemperatur: Wer mag trägt im Winter ein einfachen Baumwollpullover und zahlt dafür die vollen Heizkosten inkl. CO2-Steuer.
- 16 Grad: Alternativ wird die Raumtemperatur durch das Tragen von Thermokleidung um 6°C reduziert bei gleicher Behaglichkeit. Energieeinsparung ca. 36%.
- Heizung aus: Wer das Kapitel „Grundlagen“ durchgelesen hat und sich an das Foto auf der Startseite mit der jungen Frau im Winter bei Schnee und 0 Grad Lufttemperatur mit Sommerkleidung erinnert kann die Heizung im Idealfall ausschalten.
In Büro- und Wohngebäuden beträgt die Einsparung ca. 6 % pro 1 Grad Temperaturabsenkung.
Zu b) Zwiebelschalenprinzip und Bekleidungsoptionen:
Zwiebelschalenprinzip:
Für schwankende Raumtemperaturen und unterschiedliche Aktivitätslevel (Laufen, Sitzen,…) hat sich das Zwiebelschalenprinzip bewährt:
Schicht 1: T-Shirt, kann täglich gewechselt werden (Base Layer)
Schicht 2: Thermopullover (Mid Layer)
Schicht 3: Thermostrickjacke oder -weste nach Bedarf (Outer Layer)
Bei Bewegung reichen i.d.R. die Schichten 1 und 2, da die Muskeln über Reibung Körperwärme erzeugen.
Im Sitzen kann die Schicht 3 einfach ergänzt werden.
Bekleidungsoptionen:
Je nach individueller Vorliebe existieren eine Vielzahl unterschiedlicher Optionen, so dass für jeden etwas dabei sein sollte:
- Aktive und passive Base Layer
- Aktive und passive Mid Layer
- Aktive und passive Outer Layer
Gleichmäßige Wärme:
Damit es nicht zu lokalen Unbehaglichkeiten kommt, ist es wichtig den ganzen Körper gleichmäßig zu wärmen. Sommerkleidung für Füße/ Beine und Thermokleidung nur für den Oberkörper funktionieren leider nicht.
Zu c) Isolationswerte [clo] nach ISO 9920:
Allgemeine clo-Werte für Bekleidungskombinationen und Einzelkleidungsstücke finden sich in Anhang A und B der ISO 9920 (s.a. hier).
Isolationswerte [clo] nach ISO 9920 werden für konkrete Kleidungsstücke i.d.R. leider nur in Ausnamefällen für Outdoor-, Winter- oder Arbeitskleidung (sh. EN 14058 – Kleidungsstücke zum Schutz gegen kühle Umgebungen oder EN 511 – Schutzhandschuhe gegen Kälte) angegeben.
Die nachfolgend angegebenen clo-Werte für die Kleidungsstücke des Selbsttests sind daher nur Näherungswerte. Merinowolle taucht beispielsweise in der ISO 9920 überhaupt nicht auf. Der Isolationswert ist i.d.R. deutlich größer als der Isolationswert für Baumwolle.
Um Fehlinvestitionen zu vermeiden wäre es für das Konzept Wärmen wünschenswert, wenn die Textilhersteller in Abstimmung mit den Normenausschüssen und der Politik die clo-Werte auch für Thermokleidung für den Innenbereich ergänzen würden.
Zu d) Temperatur Control System von ODLO:
Ergänzend zu den clo-Werten kann beispielsweise das Temperatur Control System (TCS) von ODLO verwendet werden, welches in erster Linie für den Outdoor Bereich entwickelt wurde.
Die Winterbekleidung und die Funktionsunterwäsche wird je nach Aktivitätslevel und Temperaturbereich in 4 Wärmestufen eigeteilt:
- X-Light (Komfortbereich +15 bis +25 °C)
- Light (+5 bis +20 °C)
- Warm (−10 bis +5 °C)
- X-Warm (−20 bis −5 °C)

Zu e) Eigenversuch 2026/27 – Oberkörperbekleidung:
In der Heizperiode 2026/27 wird für den Selbsttest ausschließlich nachfolgende Kleidung getragen. Die Kleidungsstücke werden zur späteren Dokumentation der Testergebnisse durchnummeriert. Die clo-Werte der einzelnen Kleidungstücke wurden anhand der ISO 9920, Anhang B ermittelt.
Wer Geld sparen möchte kombiniert lange Thermounterwäsche plus -socken mit der üblichen Herbst- oder Winterkleidung, bei Bedarf ergänzt um eine Fleece Jacke.
Sollte sich an einer Stelle (z.B. Füße oder Hände) eine lokale Unbehaglichkeit ergeben, bitte nicht gleich die Heizung auf 22 Grad stellen, sondern prüfen welche Lösungen es für die lokale Unbehaglichkeit geben könnte.
Leider sind wir noch auf der Suche nach passender Aerogelkleidung. Sobald wir etwas Schickes und Bezahlbares gefunden haben, wird es sofort hier ergänzt.
Die nachfolgenden Kleidungsstücke können je nach Bedarf und Raumtemperatur bzw. Aktivitätslevel frei kombiniert werden.

Base Layer:
Nr. 1: ODLO Merino 260 Base Layer Half-Zip
Nr. 2: ODLO I-Thermic X-Warm Base Layer Shirt
Mid- bzw. Outer Layer (wahlweise 2 oder 3 Schichten):
Nr. 3: WALLBUSCH extradickes Flanell Hemd
Nr. 4: WALLBUSCH Rollkragenpullover aus Lammwolle
Nr. 5: VAUDE Fleecejacke Me Rosemoor II
Nr. 6: VAUDE Fleecejacke Rienza III
Nr. 7: KEMIMOTO Aktiv wärmende Weste mit aktiv wärmenden Kragen
clo-Werte:

Zu f) Eigenversuch 2026/27 – Bekleidung für die Beine:

Nr. 8: ODLO Merino 260 Base Layer Tights
Nr. 9: ADIDAS Hose Essentials Stanford Basic
Nr. 10: TOMMY HILFIGER Ryan Slim Straight Jeans
Nr. 11: WALLBUSCH Thermoleicht Five-Pocket
clo-Werte:

Zu g) Eigenversuch 2026/27 – Socken und Hausschuhe:

Nr. 12: ELEWERT Filzpantoffel
Nr. 13: FALKE TK1 Adventure Wool
Nr. 14: FALKE TK4
Nr. 15: HEAT KEEPER Socken TOG Rating 2.3
Nr. 16: HEAT KEEPER Kniestrümpfe TOG Rating 2,3
clo-Werte:

Zu 4. Hände und Kopf:
Für den Kopf sind für den Innenbereich nach eigener Erfahrung auch bei 12°C Raumtemperatur tagsüber keine Maßnahmen erforderlich. Wichtig ist ein Thermo-Rollkragenpullover am besten mit Reißverschluss, da der Hals sehr kälteempfindlich ist.
Die Hände sind aus eigener 15 jähriger Erfahrung der schwierigste Teil. Aus diesem Grund gibt es hierfür ein eigenes Kapitel (s.a. hier).

Nr. 17: Bewegung
Nr. 18: Warme Speisen und Getränke
Nr. 19: Abbau von Stress
Nr. 20: Geringfügige Erhöhung der Körperkerntemperatur
Nr. 21: Thermopullover
Nr. 22: Aktive und passive Pulswärmer / Stulpen
clo-Werte:

Nr. 23: Aktive und passive fingerlose Handschuhe
clo-Wert:

Nr. 24: Wärmecreme
Nr. 25: Handwärmer
Nr. 26: Wolldecke
Zu 5. Die Strategie:
Die Raumtemperatur sollte am Anfang wöchentlich nur um 1°C abgesenkt werden, also z.B.
Woche 1: 22 °C Raumtemperatur
Woche 2: 21 °C
Woche 3: 20 °C
Woche 4: 19 °C
Woche 5: 18 °C
Woche 6: 17 °C
Woche 7: 16 °C
Setzt man einen Frosch ins kalte Wasser, wird er sofort rauspringen. Nimmt man warmes Wasser und kühlt es langsam ab, wird er bleiben.
Eine weitere Strategie besteht darin in der ersten Heizperiode auch bei 16 Grad Raumtemperatur aktive Thermokleidung für den Oberkörper zu tragen, obwohl hier gute passive Thermokleidung völlig ausreichend ist.
Wichtig ist es auch sich im ersten Winter nicht zu überfordern. Auch wenn am Ende die Raumtemperatur „nur“ von 22 °C auf 19 °C abgesenkt wurde, ergibt sich dennoch eine Heizenergieeinsparung von ca. 18 %.
Zu 6. 3-fach Nachweis der Behaglichkeit:
Die Behaglichkeit soll 3-fach nachgewiesen werden:
a) Vorhersage nach ISO 7730 – Behaglichkeit:
Eingabeparameter für das BNB-Tool Thermischer Komfort vom Fraunhofer Institut für Bauphysik:
- Raumtemperatur und relative Luftfeuchtigkeit: Messung (s.a. hier)
- ISO 9920 – Bekleidungsisolation: Ermittlung nach Anhang B
- Luftgeschwindigkeit: 0,0 m/s
- ISO 8996 – Energieumsatz: „Entspanntes Sitzen“ 58 W/m²

b) ISO 9886 – Messung der mittleren Körpertemperatur:
Bei einer Berührungsmessung sind gemäß ISO 9886, Anhang B, Tabelle B.1 zur Bestimmung der mittleren Hauttemperatur 14 Messpunkte und eine entsprechende Anordnung der Messpunkte zu beachten.

Messpunkte für den Selbsttest:
1 – Kopf (Stirn)
4 – Oberkörper (Brust)
7 – Hand (linke Hand)
10 – Bein (rechter Oberschenkel)
14 – Fuß (rechter Spann)
Nach Köhling, Speckmann, Hescheler variieren die Körpertemperaturen in Abhängigkeit von der Lufttemperatur. Während die Temperatur im Inneren von Rumpf und Kopf (Kerntemperatur) weitestgehend konstant bei 37 Grad gehalten wird, kann sie im Bereich der Extremitäten, der Haut und der darunter liegenden Schichten (Schalentemperatur) stärker variieren, z.B. Hände 28 °C, Füße 30 °C.

c) Fragebogen:
Neben dem persönlichen Wärmeempfinden nach ISO 7730 (zu kalt … neutral … zu warm) für verschiedene Körperteile können bei Bedarf Informationen zur aktiv wärmenden Kleidung abgefragt werden.

Zu 7. Messgeräte:
a) Unbekleidete Körperteile
Die Messwerte des linken Zeigefingers werden zur grafischen Auswertung in 30 Minuten Intervallen über Bluetooth an eine APP gesendet.

Mit einer Infrarot- Kamera für das Smartphone kann die Temperatur der ganzen Hand dargestellt werden.

Berrcom Fieberthermometer kontaktlos Infrarot:
Das Thermometer wird zum Vergleich der oben gemessen Temperaturen verwendet. Es hat eine Messgenauigkeit von +-0,1°C.

b) Bekleidete und unbekleidete Körperteile
Das Sensorpflaster misst die Körpertemperatur minutenweise. Die Messwerte werden über NFC an eine APP übertragen.

Das Thermometer überträgt die Temperaturdaten kontinuierlich via Bluetooth an die Smartphone-App.

c) Messgeräte für den Raum:
Der USB-Temperaturdatenlogger wird zur Aufzeichnung der Raum- und Außentemperatur verwendet. Die Messwerte können grafisch angezeigt werden

Messung der Raum- und Außenluftfeuchtigkeit sowie der Raum- und Außentemperatur. Die Raumluftfeuchtigkeit sollte im Idealfall zwischen 40 % und 60 % liegen.

Brennstuhl Feuchtigkeits-Detector MD:
Im Winter ist die Luft i.d.R. eher trocken. Mit dem Feuchtigkeitsdetektor soll der Feuchtegehalt der Wände gemessen werden. Das Mauerwerk gilt als trocken, wenn die Messwerte im Bereich von 1,5 bis 16,9 % liegen.

Sollte die Raum-Luftfeuchtigkeit im Winter aufgrund der ausgeschalteten Heizung zu hoch sein, wird der Stromverbrauch [kWh] eines Luftentfeuchters gemessen.

Zu 8. Monatliche Auswertungen:
Oktober 2026:
1.) Fragen an den Raum:
a) Welche Raumtemperaturen [°C] ergeben sich, wenn in der kompletten Heizperiode im Arbeitszimmer im Obergeschoss die Heizung ausgeschaltet ist ? Wie sind die Außentemperaturen und welche Temperaturen ergeben sich im Wohnzimmer im Erdgeschoss ?
Die Lufttemperaturen werden alle 15 Minuten mit USB-Temperaturdatenlogger der Firma Elitech aufgezeichnet und in Pivot-Tabellen nach Kalenderwochen und Tageszeit ausgewertet.
Beispiel:
In der KW 43 (19.10. bis 25.10.) liegt die Durchschnittstemperatur im Arbeitszimmer im Obergeschoss im Zeitraum von 06.00 h bis 14.00 h bei 16,6 °C. Für diese kälteste Temperatur wird der Behaglichkeitsnachweis nach ISO 7730 erstellt.

b) Wie hoch ist die Raum- und die Außenluftfeuchtigkeit [%] ?
Die Luftfeuchtigkeit wird täglich um 13.00 h mit 2 Wetterstationen im EG und OG gemessen und in Pivot-Tabellen nach Kalenderwochen ausgewertet.
Die ideale Raumluftfeuchtigkeit liegt zwischen 40 und 60 %.
Sollte im Obergeschoss die durchschnittliche Luftfeuchtigkeit über 60 % liegen, wird die Luft mit einem Luftentfeuchter getrocknet und der Stromverbrauch hierfür gemessen.
Beispiel:
In der KW 43 (19.10. bis 25.10.) liegt die durchschnittliche Raumluftfeuchtigkeit im Arbeitszimmer im Obergeschoss bei 56,0 °C. Dieser Wert wird für den Behaglichkeitsnachweis nach ISO 7730 verwendet.

c) Wie sind die Messwerte für die Mauerwerks- Wandfeuchtigkeit [%] ?
Die Innen- und Außenwandfeuchtigkeit wird im EG und OG täglich um 13.00 h mit einem Feuchtigkeits-Detector der Firma Brennstuhl gemessen und in Pivot-Tabellen nach Kalenderwochen ausgewertet.
Bei einer Wandfeuchtigkeit zwischen 1,5 und 16,9% gelten Wände als trocken.

Beispiel:
In der KW 43 (19.10. bis 25.10.) liegt die durchschnittliche Wandfeuchtigkeit im Arbeitszimmer im Obergeschoss bei 4,4 % (Innenwand) und 7,1 % (Außenwand). Beide Werte sind kleiner als 17 %, d.h. die Wände sind trocken.

2.) Fragen an die Testperson:
Die Behaglichkeit an allen Stellen des Körpers wird 3-fach nachgewiesen:
a) Vorhersage nach ISO 7730
b) Fragebogen
c) Messung der Körpertemperaturen
a) Wie ist die Vorhersage für die Behaglichkeit nach ISO 7730 ?
Der Nachweis erfolgt für die kälteste Durchschnittstemperatur im Arbeitszimmer im Obergeschoss im Zeitraum von 06.00 h bis 14.00 h.
Eingabeparameter BNB-Tool Thermischer Komfort:
- Lufttemperatur 16,6 °C (KW 43)
- Relative Luftfeuchtigkeit 56 %
- Luftgeschwindigkeit 0,0 m/s
- Bekleidungsisolation nach ISO 9920 1,73 clo
- Energieumsatz Körper nach ISO 8996 58 W/m² (entspannt sitzen)
Ergebnisse:
- PMV-Index: 0,50 (neutral bis etwas kühl) = -0,5
- PPD-Index: 10,12 (10 % Unzufriedene) = 10
Bei einer Raumtemperatur von 16,6°C und einer Bekleidungsisolation von 1,73 clo wird das Raumklima von 90 % der Personen als behaglich empfunden.

b) Wie fühlt sich die Behaglichkeit für mich an ?
Der Fragebogen wird täglich ausgefüllt.
Beispiel:
Am 20.10. wird die Behaglichkeit an allen Stellen des Körpers bei 16,6 Grad Raumtemperatur mit einem clo-Wert von 1,73 für die Bekleidung als „etwas warm“ bewertet.

c) Welche Körpertemperaturen ergeben sich nach ISO 9886 an allen Stellen des Körpers ?
Vom 15.10. bis zum 24.10. werden die Körpertemperaturen an 5 Stellen des Körpers (s.o.) alle 15 Minuten mit einem Sensorpflaster der Firma StedyTemp gemessen und in Pivot-Tabellen nach Kalenderwochen und Tageszeit ausgewertet.
Aufenthaltsorte für den Selbsttest:
– 22.00 h bis 14.00 h: Obergeschoss (OG), Heizung aus
– 14.00 h bis 22.00 h: Erdgeschoss (EG), Heizung 19 Grad
Beispiel:
Durchschnittstemperaturen KW 43 im Zeitraum von 06.00 h bis 14.00 h im Arbeitszimmer im Obergeschoss (AZ OG):
– Kopf: 35,2 °C
– Oberkörper (Oberk.): 35,6 °C
– Hand: 35,4 °C
– Bein: 35,2 °C
– Fuß: 34,9 °C

Grafische Darstellung der Körpertemperaturen:
Die Körpertemperaturen schwanken zwischen 34 und 36 °C, der Mittelwert liegt bei ca. 35 °C.

Bewertung der Körpertemperaturen:

Die durchschnittliche Körperkerntemperatur des Oberkörpers ist mit 35,6 °C am höchsten. Dies entspricht o.g. Abbildung nach Köhling, Speckmann, Hescheler sowohl bei 20 °C, als auch bei 35 °C Lufttemperatur.
Die durchschnittliche Schalentemperatur der Hand beträgt 35,4 °C, die des Fußes 34,9 °C. Damit ergeben sich bei durchschnittlich 16,6 °C Raumtemperatur entsprechend Köhling, Speckmann, Hescheler Körpertemperaturen wie auf Mallorca bei 35 °C Lufttemperatur !
Für die Schalentemperaturen (z.B. Hand, Fuß) sind für ein Behaglichkeitsempfinden eigentlich ca. 30 °C völlig ausreichend.
d) Wie ist es mit den Händen?
Die Handtemperatur der linken Hand wird täglich mit einer Infrarot- Kamera für das Smartphone von der Firma TOPDON aufgenommen.
Beispiel:
Am 22.10. beträgt die Temperatur für den Handrücken ca. 34,8 °C. An den Fingerspitzen sind es ca. 32,5 °C. Beide Temperaturen liegen über 30 °C, d.h. die Hand ist warm bei 16,6 °C Raumtemperatur.
Schön zu erkennen auf dem Handrücken ist das Thermopflaster von SteadyTemp.

Zusätzlich wird dauerhaft mit einem Ring von Blaupunkt die Temperatur des Zeigefingers der linken Hand gemessen.
Beispiel:
Am 22.10. lag die geringste Fingertemperatur bei 35,8 °C. Der Wert erscheint im Vergleich zur Infrarot- Aufnahme (33,3 °C) zu hoch. Er passt aber recht gut zu den Temperaturen des Thermopflasters von SteadyTemp (35,4 °C).

e) Welchen Isolationswert [clo] nach ISO 9920 muss meine Bekleidung haben, damit ich mich bei 16,6°C behaglich fühle ?
Bei einer Durchschnittstemperatur von 16,6 °C muss der Isolationswert der Bekleidung mindestens 1,73 clo betragen (s.o.), damit sich mindestens 90 % der Personen behaglich fühlen und die Behaglichkeit mit „neutral bis etwas kühl“ bewertet wird.
Gewählte Bekleidung:

Der Isolationswert der Bekleidungskombination ergibt sich näherungsweise aus der Summe der Einzelwerte (sh. ISO 9920, Pkt. 4.3, Formel 12)

Zur genauen Ermittlung müsste der Isolationswert der Bekleidungskombination an einer Simulationspuppe gemessen werden (sh. ISO 9920, Anhang D).
Oder es müssten zumindest die Isolationswerte der einzelnen Kleidungsstücke von den Herstellern angegeben werden.
